Atelier Joyabella

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Wie lange bleibt denn eine solche Glaskugel in dieser Form bestehen?

 

Theoretisch können die Glaskugeln sehr alt werden, vielleicht wird die eine oder andere Murmel

sogar ein Familien Erbstück.

Die ältesten Glasperlen, die Archäologen gefunden haben, sind über 2000 Jahre alt.

 

 

Wie hält denn die Fassung auf der Murmel?

Ein wichtiges Detail ist die Einfassung der Glasmurmel.

Mit der Zeit und durch hartnäckige Übung habe ich eine Technik entwickelt, den Silberdraht direkt

"in die Murmel" einzuschmelzen.

Dadurch ist die Fassung NICHT angeklebt sondern der Draht ist fest mit der Murmel verbunden.

Zuerst schmelze ich ein Stückchen Silberdraht an, so dass eine kleine Kugel entsteht und tauche dieses gekugelte Drahtende in die heisse Glasmasse ein.

 

 

 

 

Welche Temperatur hat die Flamme und

warum erhitzen sich die Glasstäbe nur vorne im Feuer?

Die Flamme ist zwischen 1000 und 1200 Grad heiss.

 

Die Glasstäbe, aus denen ich die Murmeln herstelle, können einfach in der Hand gehalten werden,

weil Glas keine Hitze leitet.

 

So ist es möglich, ganz filigrane und komplexe Muster aus dem Glas "von Hand" herzustellen.

 

Es gibt schier unendliche Möglichkeiten, um das gläserne Innenleben zu gestalten.

 

 


Das ist die sogenannte "Implosionstechnik", damit kann man Blumen und Korallen Riffe in die Murmeln machen. Das Schöne an dieser Technik ist der 3D-Effekt, durch den die Muster schön plastisch erscheinen.

Man erhitzt erst das Glas und drückt es auf einer feuerfesten Unterlage platt. Auf diesen "Teller" werden dann kleine Muster gemalt. Diese werden dann ganz vorsichtig überschmolzen.

Der 3D-Effekt in der Kugel entsteht durch das langsame Überschmelzen des aufgemalten Musters.

Man kann Punkte, Spiralen und Wellen in verschiedenen, opaken Farben aufmalen.

Dazu ist es wichtig, dass diese Gläser vorher ganz dünn gezogen worden sind, sog. "Stringer".

 

Diese lassen sich auch für die Pilze ganz hervorragend verwenden!

 

Eine Variante der Implosion, ist die sogenannte "Schwammerl-Technik", man sticht mit Schwung einen relativ kühlen, dünn gezogenen "Stringer" in transparentes, sehr heisses Glas und drückt dann mit viel Gefühl das "Pilzhütchen" in das Glas hinein.

So entsteht der optische Effekt eines Pilzes.

Und wie entstehen eigentlich diese Spiralwirbel und Farbverläufe aus den Chaos-Kollektionen?

Das hier nenne ich gerne die "freie Matsch-Technik",

ich vermische intuitiv die Farben miteinander und lasse mich vom Ergebnis überraschen.

Diese Farbverläufe sind wirklich unwiederholbar und deswegen super faszinierend.

Das Geheimnis der Chaos Kollektionen ist das langsame, kontrollierte und

doch unkontrollierbare Verschmelzen der einzelnen Farbschichten.

Hier sieht man schön, wie sich die Kugelform am Ende des Glasstabes gebildet hat. Es braucht dazu 3 Faktoren:

Schwerkraft, Hitze und ständiges, gleichmässiges Drehen.

Es lassen sich durch Zusammen Löten wunderschöne Formen gestalten, die oft an Jugendstil Elemente erinnern.

Ich liebe Spiralen und Kurven, durch das An-einander-schmelzen entstehen 

immer wieder neue Möglichkeiten der Formgestaltung.

Hier werden Messing & Kupfer Elemente verbunden.

Die Flamme ist etwa 900 °C heiss.


Durch das Walzen wird die Form stabil.

Die Drähte sind unterschiedlich dick.


Durch das Schmieden mit dem Amboss werden einzelne Partien herausgearbeitet.

Immer auf die Finger aufpassen! ;)


Das ist Paula, meine geliebte Polier Maschine.

Sie bringt die Schmuckstücke am Schluss zum Strahlen & Glänzen.