Wie sieht das so aus, im Atelier Joyabella?

Hier findest Du viele Bilder und ausführliche Erklärungen zu der Herstellung einer Glasmurmel.

Durch verschiedene Techniken entsteht das spannende Zusammenspiel der Farben in den Murmeln.

Ich zeige Dir unterschiedliche Momente in meinem Atelier und wünsche Dir viel Spaß beim Anschauen.


Ein wichtiges Detail ist die Einfassung der Glasmurmel.

Mit der Zeit und durch hartnäckige Übung habe ich eine Technik entwickelt, den Silberdraht direkt

"in die Murmel" einzuschmelzen.

Dadurch ist die Fassung NICHT angeklebt sondern der Draht ist richtig fest mit der Murmel verbunden.

Bei ca. 1000 °C schmelze ich ein Stückchen Silberdraht an, so dass eine kleine Kugel entsteht und tauche dieses gekugelte Drahtende in die heisse Glasmasse ein. Dann drehe ich an dem dünnen Silberdraht so lange die Glasmasse in der Flamme weiter, bis eine runde Glasmurmel entstanden ist.

 

So sind das schöne, langlebige Schmuckstücke, die Erbstücke werden können.

 

Hier ist als Beispiel eine Murmel aus der Kollektion "magische Berge". Die Einfassung oben erscheint rötlich auf dem Bild. Auf diese Weise ist das Silber mit dem Glas fest verschmolzen.

 

In dieser Kollektion verwende ich sowohl transparente als auch opake (= undurchsichtig/blickdicht) Farben. So entsteht der optische Effekt einer massiven kleinen Berglandschaft mit einer kleinen Wolke darüber.

 

Die Glasstäbe, aus denen ich die Murmeln herstelle, können einfach in der Hand gehalten werden,

weil das Glas keine Hitze leitet.

So ist es möglich, ganz filigrane und komplexe Muster aus dem Glas "von Hand" herzustellen. Es gibt schier unendliche Möglichkeiten, um das Innenleben der

Glasmurmeln zu gestalten.

Viele Arbeitsschritte habe ich durch Wiederholung und intensives Üben verfeinert und mein Gefühl für das Ergebnis über viele Jahre weiterentwickelt.

Die Rohstoffe aus denen ich die Murmeln herstelle, bestehen aus transparenten oder opaken Stäben aus Glas.

Diese werden von Glashütten speziell für die Schmuckherstellung produziert. Früher wurden die Rezepte für die Mischung bestimmter Farben in den jeweiligen Glashütten äusserst streng gehütet. Noch immer gibt es verschiedene, spezielle Farb-Chargen, die nur in ganz bestimmten Glashütten hergestellt werden können.

 

Ich verwende hauptsächlich italienisches Glas aus Murano und deutsches Glas aus Lauscha in Thüringen.


Das ist die sogenannte "Implosionstechnik", damit kann man Blumen und Korallen Riffe in die Murmeln machen. Das Schöne an dieser Technik ist der 3D-Effekt, durch den die Muster schön plastisch erscheinen.

Man erhitzt erst das Glas und drückt es auf einer feuerfesten Unterlage platt. Auf diesen "Teller" werden dann kleine Muster gemalt. Diese werden dann ganz vorsichtig überschmolzen.

Der 3D-Effekt in der Kugel entsteht durch das langsame Überschmelzen des aufgemalten Musters.

Man kann Punkte, Spiralen und Wellen in verschiedenen, opaken Farben aufmalen.

Dazu ist es wichtig, dass diese Gläser vorher ganz dünn gezogen worden sind, sog. "Stringer".

 

Diese lassen sich auch für die Pilze ganz hervorragend verwenden!

 

Eine Variante der Implosion, ist die sogenannte "Schwammerl-Technik", man sticht mit Schwung einen relativ kühlen, dünn gezogenen "Stringer" in transparentes, sehr heisses Glas und drückt dann mit viel Gefühl das "Pilzhütchen" in das Glas hinein.

So entsteht der optische Effekt eines Pilzes.

Und wie entstehen eigentlich diese Spiralwirbel und Farbverläufe aus den Chaos-Kollektionen?

Das hier nenne ich gerne die "freie Matsch-Technik",

ich vermische intuitiv die Farben miteinanderund lasse mich vom Ergebnis überraschen.

Diese Farbverläufe sind wirklich unwiederholbar und deswegen super faszinierend.

Das Geheimnis der Chaos Kollektionen ist das langsame, kontrollierte und

doch unkontrollierbare Verschmelzen der einzelnen Farbschichten.

Hier sieht man schön, wie sich die Kugelform am Ende des Glasstabes gebildet hat. Es braucht dazu 3 Faktoren:

Schwerkraft, Hitze und ständiges, gleichmässiges Drehen.

Was für Techniken gibt es sonst noch?

Es lassen sich durch Zusammen Löten wunderschöne Formen gestalten, die oft an Jugendstil Elemente erinnern.

Ich liebe Spiralen und Kurven, durch das An-einander-schmelzen entstehen 

immer wieder neue Möglichkeiten der Formgestaltung.

Hier werden Messing & Kupfer Elemente verbunden.

Die Flamme ist etwa 900 °C heiss.


Durch das Walzen wird die Form stabil.

Die Drähte sind unterschiedlich dick.


Durch das Schmieden mit dem Amboss werden einzelne Partien herausgearbeitet.

Immer auf die Finger aufpassen! ;)


Das ist Paula, meine geliebte Polier Maschine.

Sie bringt die Schmuckstücke am Schluss zum Strahlen & Glänzen.

Vielen Dank fürs Zuschauen und ich hoffe Dir hat der kleine Einblick in meine

Zauberwerkstatt gefallen.